REVIEW: CHEMIST CREATIONS X ASICS GEL KAYANO 5 OG

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Wie Asics (wieder) an die Spitze gelangte

Chemist Creations – das ist kein Chemie-Baukasten für Grundschüler, sondern die amerikanische Marke, die jüngstens mit dem Sportartikelhersteller ASICS kollaboriert und sich und ihm somit zu noch mehr Erfolg verholfen hat.

„We are “Chemists”. Chemists mix different substances to create new matters, that’s exactly what we do.”

Ethen ist eine gasförmige, farblose, brennbare, süßlich riechende organische Verbindung mit der Summenformel C₂H₄. Es ist das einfachste Alken und ein ungesättigter Kohlenwasserstoff mit einer Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung.
Was hat Chemie jetzt mit Schuhen zu tun?
Ganz einfach. Chemist Creations ist das Diffusionslabel der Marke C₂H₄ – was für das Element Ethen steht.
C₂H₄ rief Chemist Creations ins Leben, um ihren kreativen Radius zu erweitern und in ihren Kollektionen die Haptik verschiedener Formen und Materialien zu untersuchen, um damit wiederum die moderne Kultur und die Philosophie der Marke beleuchten zu können.
In Shanghai aufgewachsen, kam Designerin Yixi Chen mit 17 Jahren nach Los Angeles, um an der University of Southern California einen Abschluss in Theater und Film zu absolvieren.
Kurze Zeit später brach sie das Studium ab, um sich ihrer Passion, dem Modedesign, zu widmen.
Da Cheng immer etwas an ihren Kleidungsstücken fehlte, beschloss sie 2014 das Label C₂H₄ zu gründen, um ihre Mode-Bedürfnisse zu befriedigen.
Das Konzept, das sie mit C₂H₄ verfolgte, war einfache Chemie: Das Erzeugen neuer Materie aus bestehenden Elementen.
Ihre Inspiration bezieht Cheng aus Filmen der 80er und 90er Jahre. Um genau zu sein, aus den Filmen des futuristisch angehauchten „Cyberpunk” Genres, in dem die Mode immer wieder neu interpretiert wurde.
Diese Futuristik zieht sich durch sämtliche von Yixi Chengs Arbeiten – von C₂H₄ bis zu Chemist Creations: Von der ersten Kollektion, über die Kollaboration mit dem Sportartikelhersteller Kappa bis hin zur aktuellsten Kollektion. Selbst die Brand Communication versprüht futuristischen und chemischen Flair. So ist die Seite von Chemist Creations beispielsweise wie eine Akte gestaltet, in der man neue Erkenntnisse über verschiedene chemische Stoffe entdecken könnte.

Des Tigers Erwachen

Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper – das ist der Leitspruch der japanischen Marke ASICS.
ASICS wurde 1949 von Kihachiro Onitsuka unter dem Namen Onitsuka Co. Ltd. gegründet, und konzentrierte sich zuerst auf die Herstellung von Basketballschuhen in Onitsukas Heimatstadt Kobe, Japan.
Warum genau Basketballschuhe? Onitsuka glaubte, dass die japanische Jugend in der Nachkriegszeit mit einem niedrigen Selbstbewusstsein und Depressionen zu kämpfen hatte. Seiner Meinung nach wäre Sport dafür die beste Lösung gewesen und so begann er damit, Basketballschuhe für die Schulkinder in Kobe zu produzieren.
Für Onitsuka war die größte Herausforderung, dass Basketballschuhe als die am schwierigsten herzustellenden Schuhe galten und so glaubte er daran, dass wenn er diese Hürde überspringen würde, dies auch mit anderen Silhouetten schaffen würde.
Der erste dieser Basketballschuhe wurde im Frühling 1950 released und beherbergte das Gesicht eines Tigers auf dem Schaft des Schuhs – daher der spätere Name „Onitsuka Tiger”.
Während eines Abendessens betrachtete Onitsuka die Saugnäpfe von Tintenfischtentakeln und kam auf die Idee, die Sohle des Schuhs so umzustrukturieren, dass sie den Saugnäpfen des Tintenfisches ähnelt, um den Grip auf dem Basketball-Court zu verbessern.
Jedoch hatten die Schuhe dadurch zu viel Grip und einige Spieler zogen sich Verletzungen zu. Dies führte glücklicherweise zu einigen Verbesserungen an dem Schuh und somit zu Onitsukas erstem großen Durchbruch in der Welt der Sportschuhe.

Anima Sana In Corpore Sano

Während der 1950er und 1960er Jahre stellte Onitsuka diverse Schuhe für verschiedene Sportarten her, wie z.B. Wrestling, Marathonlauf und Golf.
Diese breit gefächerte Produktion hatten einen starken Einfluss auf die Wahrnehmung der Sportler auf die Marke. Nachdem sie in „Onitsuka Tiger” umbenannt wurde, wurde sie auch endlich bekannt und genoss – spätestens als der Gewinner des Boston Marathons in Schuhen der Marke lief und das japanische Frauen-Volleyball-Team 1964 die olympischen Sommerspiele in Tokio gewann – weltweiten Erfolg.
An dem großen Erfolg war aber auch Nike’s Co-Founder Bill Bowerman beteiligt – was du ja vielleicht schon weißt, wenn du den Blogbeitrag über den Nike Zoom Vomero 5SP gelesen hast.
Phil Knight und Bill Bowerman vertrieben in ihrem Sportfachgeschäft „Blue Ribbon Sports” nämlich auch Laufschuhe der Onitsuka Co., vor allem den Onitsuka Tiger Cortez – der jetzt „Corsair” heißt – auf dem Bowermans Nike Cortez basiert. Somit ist Nike dafür verantwortlich, dass es Onitsuka Tiger auch in die amerikanischen Regale schaffte.
Nachdem die Partnerschaft mit BRS/Nike 1971 vorbei war, ging Onitsuka Tiger 1977 einen weiteren großen Schritt in Richtung eines Global Players.
Am 21. Juli 1977 unterzeichneten die Onitsuka Co. Ltd., die GTO Co. und Jelenk Co. einen Vertrag zur Zusammenarbeit und gleichberechtigten Führung der ASICS Corporation.
Da alle drei Unternehmen aus der Sportartikel-Branche kamen, empfanden sie es als die sinnvoll, sich zu einem einzigen großen Sportartikelhersteller zusammenzuschließen und somit in der japanischen Wirtschaft zu überleben.
Als das Logo, das vom „Gott der Typografie” Herb Lubalin entworfen wurde, und der Name feststanden, stürmte ASICS auf den Markt und gewann mithilfe vieler namhafter Athleten eine Vielzahl an Wettbewerben und Auszeichnungen.
Trotz des Erfolgs der Marke, war ASICS unter Nicht-Sportlern jedoch noch nicht so bekannt. Das änderte sich 1986 mit der Markteinführung des Asics FREAKSα in Japan. Ab 1987 kamen auch die Menschen auf dem europäischen und dem nord-amerikanischen Kontinent auf den Geschmack der neuen αGEL-Sohle, nämlich mit dem Release des ASICS GT-II.
Noch im selben Jahr brachte ASICS dann den ersten ASICS Gel-Lyte auf den Markt und schuf damit eine legendäre Erfolgsstory.

Von Hybriden und Käfern

Doch zurück zum ASICS Gel Kayano, der aus der Feder des Schuh-Designers Toshikazu Kayano stammt.
Anfang 1993 bekam Kayano den Spezialauftrag, einen Hybriden für die neue Cross-Training Bewegung zu entwerfen – ohne Regeln und ohne einen vorher festgelegten Verkaufspreis.
Für Kayano, der vorher schon Schuhe für jegliche Sportarten entworfen hatte, kein Problem – sollte man meinen.
Nach anfänglichen Startschwierigkeiten, die der Ideenfindung geschuldet waren, wurde er letztendlich von einem kleinen Teil der Natur inspiriert – dem gut gepanzerten Hirschkäfer, der sich auch in unseren Wäldern wohl fühlt.
So entstand das verschachtelte und aus mehreren Lagen bestehende Upper des Asics Gel Kayano, das ihn bis heute gegen schlechtes Wetter und Leute, die einem auf den Fuß treten, schützt.
Neben sehr vielen neuen Technologien gab es erstmals einen socken-ähnlichen Einstieg (das Mono-Sock System), der durch das ASICS-Logo als Kunststoffcage unterstützt wurde und dem Läufer Halt gab.
Läufer, die erstmals in den Gel Kayano schlüpften, waren sofort hin und weg von dem Schuh und die Bestellungen begannen sich zu maximieren.
Die Gel-Kayano Serie war geboren.
Im Jahr 1999 kam die fünfte Iteration des kultigen Runners auf den Markt – der ASICS Gel Kayano 5.
Nachdem Kayano aus den USA zurückgekehrt war, musste er unter immensem Zeitdruck die fünfte Version des Laufschuhs kreieren. So ging er direkt dazu über, Skizzen anzufertigen. Währenddessen stach ihm ein Detail ins Auge, das ihn an den menschlichen Magen erinnerte.
Für die nächsten Skizzen hatte er nun den menschlichen Körper und seine inneren Organe als Inspiration und was dabei herauskam, sieht man ja. Ein technischer, schöner Laufschuh mit vielen Details, Rundungen und dem bestimmten Vibe.
Zu der Zeit, zu der der Gel Kayano 5 auf den Markt kam, waren die Menschen verrückt nach sichtbarer Technik und so bekam der Schuh am Hacken sichtbare Gel-Pads verpasst – und das in einer Welt, in der ”Air” das non-plus-ultra war, was sichtbare Technologie anging.
Obwohl der Gel Kayano und der Gel Kayano 5 nicht mehr allzu viel gemeinsam haben, sind sie die einzigen der Reihe, die neu aufgelegt wurden und auch heute noch auf der Straße anzutreffen sind – natürlich neben den neuesten Versionen, die, wie damals auch, technische Laufschuhe sind.

Was denke ich über den Schuh?

Für mich ist der Chemist Creations x ASICS Gel Kayano 5 OG der Schuh des Jahres 2019. Kein Sacai x Nike Waffle Trainer und auch kein Travis Scott x Nike Air Jordan 1 kommen für mich an diesen Schuh heran. Und ich hätte tatsächlich nicht gedacht, dass ich sowas mal wieder über einen Schuh aus dem Hause ASICS sagen kann. Chapeau!
Chemist Creations und ASICS haben alles richtig gemacht! Der Schuh kam genau zum richtigen Zeitpunkt, und für mich auch in den richtigen Farben.
Nachdem ASICS dieses Jahr schon einige Kollaborationen, wie zum Beispiel die mit der deutschen Brand „GmbH” und „Hypebeast” auf dem Gel Kayano 5 präsentiert hat, ließ sich schon erahnen, dass da noch was starkes zum Jahresende kommt.
Der Schuh wurde gänzlich in einem Eierschalenweiß mit grauen Akzenten gehalten.
Am Mudguard und am Hacken ist qualitativ sehr hochwertiges Glattleder zu finden, während auf der Toebox weiches Wildleder verarbeitet wurde.
Highlight des Schuhs ist allerdings die Seiten-Partie. Hier wurden beschriftete „Zettel” unter die reflektierenden Tiger-Stripes gelegt und von außen mit einer Art Klarsichtfolie vernäht.
Auf der Toebox wurden zusätzliche Ösen angebracht um double-lacing möglich zu machen – finde ich vor allem in der Kombination wie ich sie abgelichtet habe sehr stark.
Neben insgesamt 3 Paar Schnürsenkeln gibt es zu dem Schuh einen Karabiner von Chemist Creations dazu, auf den „Chemist Creations” auf Chinesisch gedruckt wurde – wie auch auf der Innenseite des Schuhs und auf den Pulltabs am Hacken.
Alles in allem finde ich diesen Schuh wirklich schön und super durchdacht! Schöner Colorway, sehr komfortables Tragegefühl und viel Liebe zum Detail.
Wer diesen Release nicht auf dem Schirm hatte, hat auf jeden Fall was verpasst!

 

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